Person schreibt Notizen und Skizzen auf eine Glaswand, Hero-Bild der News-Seite von gevekom

Telefonvertrieb auslagern: Was Unternehmen rechtlich und organisatorisch beachten müssen

05.10.2026

Das Telefon verkauft weiterhin, doch der rechtliche Rahmen ist eng und die Nachweispflichten sind streng. Wer den Telefonvertrieb an einen Dienstleister abgibt, delegiert die Arbeit, nicht die Verantwortung. Der Dresdner Anbieter gevekom führt Inbound- und Outbound-Sales als eigenes Leistungsfeld.

Dresden, im Juli 2026. Trotz aller digitalen Kanäle bleibt das Telefongespräch der Vertriebsweg mit der höchsten Abschlussquote je Kontakt. Gleichzeitig ist es der am strengsten regulierte. Unternehmen, die Neukundengewinnung, Bestandskundenentwicklung oder Rückgewinnung an einen Dienstleister übertragen, entscheiden damit nicht nur über Kosten, sondern über ihr eigenes Haftungsrisiko. Denn der Auftraggeber bleibt für die Rechtmäßigkeit der Anrufe verantwortlich, unabhängig davon, wer den Hörer in die Hand nimmt.

Ausdrückliche Einwilligung bei Verbrauchern

Werbeanrufe bei Verbrauchern sind nach § 7 Absatz 2 Nummer 2 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb nur zulässig, wenn zuvor eine ausdrückliche Einwilligung vorliegt. Fehlt sie, gilt der Anruf ausnahmslos als unzumutbare Belästigung und stellt eine Ordnungswidrigkeit dar. Die Bundesnetzagentur kann Verstöße nach § 20 UWG mit einem Bußgeld von bis zu 300.000 Euro belegen.

Im Geschäftskundenbereich ist die Schwelle niedriger: Hier genügt eine mutmaßliche Einwilligung, die sich etwa aus einem sachlichen Zusammenhang zwischen dem angebotenen Produkt und der Tätigkeit des angerufenen Unternehmens ergeben kann. Pauschale Kaltakquise auf gekauften Adresslisten ist damit jedoch nicht gedeckt.

Die Dokumentationspflicht wird regelmäßig unterschätzt

Seit dem 1. Oktober 2021 gilt zusätzlich § 7a UWG, eingeführt durch das Gesetz für faire Verbraucherverträge. Danach müssen Unternehmen die Einwilligung in Telefonwerbung in angemessener Form dokumentieren und den Nachweis fünf Jahre aufbewahren. Die Frist beginnt nach jeder Verwendung der Einwilligung neu. Auf Verlangen der Bundesnetzagentur ist der Nachweis unverzüglich vorzulegen. Verstöße gegen diese Dokumentations- und Aufbewahrungspflicht können mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Für die Auslagerung folgt daraus eine klare Anforderung: Der Dienstleister muss nicht nur telefonieren können, sondern jeden Anruf einer dokumentierten Einwilligung zuordnen und diese Zuordnung jederzeit ausgeben können. In Ausschreibungen ist das eine prüfbare Frage, keine Vertrauensfrage.

Inbound Sales ist der unterschätzte Hebel

Wegen dieser Hürden lohnt ein zweiter Blick auf die andere Vertriebsrichtung. Bei einem Inbound-Kontakt ruft der Kunde von sich aus an. Die Einwilligungsfrage stellt sich in dieser Konstellation nicht in gleicher Weise, und die Gesprächsbereitschaft ist ungleich höher als im Outbound. Trotzdem behandeln viele Unternehmen eingehende Anrufe rein als Servicevorgang und lassen Beratungs- und Ergänzungspotenzial ungenutzt.

gevekom führt Sales als eigenständigen Leistungsbereich mit Inbound- und Outbound-Telefonie sowie Account Management und betreut nach eigenen Angaben unter anderem Auftraggeber aus dem Versandhandel, dem Homeshopping und dem Verlagswesen. Entscheidend ist dabei weniger das Skript als die Qualifikation der Mitarbeitenden: Ein Ergänzungsangebot wirkt nur, wenn es um konkreten Anliegen passt, und es schadet, wenn es aufgesetzt wirkt.

Fünf Kriterien, die einen Vertriebspartner vom Callcenter unterscheiden

Wer den Telefonvertrieb auslagern möchte, sollte Anbieter entlang dieser Punkte prüfen:

  1. Einwilligungsmanagement: Wie werden Einwilligungen dokumentiert, geprüft und Widerrufe verarbeitet, und wie schnell ist ein Nachweis abrufbar?
  2. Qualitätssicherung: Werden Gespräche in Stichproben bewertet oder vollständig ausgewertet? Automatisierte Gesprächsanalysen erfassen inzwischen jeden Anruf statt einzelner Mitschnitte.
  3. Erfahrung der Teams: Vertrieb ist erklärungsintensiver als Service. Hohe Fluktuation kostet hier unmittelbar Abschlüsse, weil Produktwissen und Einwandbehandlung erst über Monate entstehen.
  4. Branchenkenntnis: Liegen Referenzen aus der eigenen Branche vor, und kennen die Mitarbeitenden Tarif-, Preis- und Vertragslogik des Marktes?
  5. Vergütungsmodell: Wird nach Kontakten, nach Zeit oder erfolgsabhängig abgerechnet, und welche Anreize setzt dieses Modell für die Gesprächsführung?

Vertrieb und Service gehören auf eine Datenbasis

Ein letzter Punkt betrifft die Organisation. Werden Service und Vertrieb an unterschiedliche Dienstleister vergeben, entstehen zwei getrennte Sichten auf denselben Kunden. Ein Anruf zur Reklamation und ein Anruf zur Vertragsverlängerung treffen dann auf Mitarbeitende, die nichts voneinander wissen. Anbieter, die beide Bereiche abdecken, vermeiden diesen Bruch und können Anliegen im laufenden Gespräch in die passende Richtung lenken.

Für Unternehmen bedeutet das: Die Auswahl eines Telefonvertriebspartners ist keine Einkaufsentscheidung über Minutenpreise, sondern eine Entscheidung über Rechtssicherheit, Datenqualität und die Frage, wie viel Kundenwissen im eigenen Haus bleibt.

About us

Über gevekom

Die gevekom GmbH mit Sitz in Dresden ist ein inhabergeführter Dienstleister für Kundenservice, Vertriebund Backoffice. Rund 2.000 Mitarbeitende betreuen nach Unternehmensangaben 81 Marken und Auftraggeber an 14 Standorten in sechs europäischen Ländern, darunter Zalando, TUI, Deutsche Bahn,BMW, Allianz, HelloFresh, REWE und Rossmann.

Das Leistungsspektrum umfasst Customer Service,Inbound- und Outbound-Sales, Backoffice, Online- und Community-Management, Recruiting Services, Nearshore- und Offshore-Lösungen sowie den Einsatz eigener KI-Werkzeuge. Gearbeitet wird in mehr als 40 Sprachen.
Mehrere Mitarbeiter des Call-Centers gevekom in Kundengesprächen.
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