KI im Kundenservice: gevekom setzt sprechende KI-Assistenten im Telefonvertrieb ein

03 September 2026

Der Dresdner Contact-Center-Dienstleister gevekom betreibt inzwischen sechs KI-Werkzeuge im laufenden Kundenservice. Ein KI-Voicebot führt für einen Auftraggeber aus dem Homeshopping eigenständig Verkaufsgespräche, nimmt Bestellungen auf und berät zu Produkten. Nach Unternehmensangaben steigt der Umsatz je Gespräch dadurch um rund zehn Prozent.

Dresden, im Juli 2026. Wer heute eine Servicenummer wählt, spricht immer häufiger mit einer Stimme, die keinem Menschen gehört. Von den starren Sprachmenüs vergangener Jahre unterscheidet sich diese Generation grundlegend: Sie versteht freies Sprechen, erkennt Anliegen ohne Auswahlmenü und handelt selbstständig. Der Contact-Center-Dienstleister gevekom aus Dresden hat diesen Schritt vollzogen und setzt sechs KI-Werkzeuge im Tagesbetrieb ein. Sie greifen an unterschiedlichen Stellen der Servicekette: im laufenden Gespräch, in der schriftlichen Kommunikation, in der Nachbearbeitung und im Qualitätsmanagement.

Vom Sprachmenü zum eigenständigen Verkaufsgespräch

Am weitesten geht das Unternehmen im Telefonvertrieb. Für einen Auftraggeber aus dem Bereich Homeshopping wurde ein KI-Voicebot entwickelt, der keine Auskünfte erteilt, sondern verkauft. Er nimmt Bestellungen auf, beantwortet Produktfragen und schlägt passende Ergänzungen vor. Nach Angaben von gevekom kennt das System das vollständige Sortiment mit allen Eigenschaften und Vorteilen und arbeitet zu über 80 Prozent autonom, also ohne Übergabe an einen menschlichen Mitarbeitenden.

Die vom Unternehmen berichteten Ergebnisse: rund zehn Prozent mehr Umsatz pro Gespräch durch eine höhere Abschlussquote und etwa 15 Prozent mehr Warenkorbwert. Der zentrale Unterschied zum Menschen liegt dabei weniger in der Beratungsqualität als in der Gleichmäßigkeit. Ein Sprachmodell wird nicht müde, verliert in großen Portfolios keine Details und hat keinen schlechten Tag. Zudem ist es beliebig skalierbar und in allen Sprachen einsetzbar.

Sechs Werkzeuge für sechs verschiedene Aufgaben

Der Voicebot ist Teil eines Baukastens, den gevekom unter der Bezeichnung Ai Lovestory zusammenfasst. Die sechs Komponenten lassen sich einzeln oder gemeinsam einsetzen:

  • Ai-AgentAssist: transkribiert Gespräche in Echtzeit, erkennt das Anliegen und liefert dem Mitarbeitenden während des Telefonats Lösungsvorschläge. Laut Unternehmen steigt die Erstlösungsquote um rund 30 Prozent, die Bearbeitungszeit sinkt um etwa elf Prozent.
  • Ai-Voicebot: übernimmt Routinevorgänge rund um die Uhr, etwa Auskünfte zum Lieferstatus oder Änderungen von Stammdaten. Bis zu 80 Prozent der wiederkehrenden Anfragen laufen nach Unternehmensangaben vollständig automatisiert.
  • Ai-MailAgent: bearbeitet E-Mail-Anfragen je nach Komplexität eigenständig oder erstellt Antwortvorschläge, und zwar in der jeweiligen Tonalität des Auftraggebers.
  • Ai-Messenger: bedient Chatkanäle einschließlich WhatsApp mehrsprachig und erhöht die Erstlösungsquote im Schriftverkehr nach Angaben des Unternehmens um etwa 15 Prozent.
  • Ai-SimTranslator: übersetzt laufende Gespräche simultan. Damit lassen sich Serviceteams unabhängig von der Sprache des Kunden und vom Standort einsetzen.
  • Ai-CallAnalyzer: prüft Gespräche vollautomatisch auf Qualität, Stimmungslage und Schlüsselbegriffe. Die klassische Stichprobe im Qualitätsmanagement wird damit durch eine vollständige Auswertung ersetzt.

Datenschutz auf EU-Servern, Abrechnung nach Nutzung

Für Auftraggeber aus regulierten Branchen wie Versicherungen, Banken oder dem Gesundheitswesen ist die Datenverarbeitung das entscheidende Kriterium. gevekom verarbeitet die Daten seiner KI-Werkzeuge nach eigenen Angaben ausschließlich auf Servern innerhalb der Europäischen Union und erklärt die Produkte als DSGVO-konform. Die Werkzeuge werden an die bestehenden Prozesse des Auftraggebers angepasst, nicht umgekehrt.

Kaufmännisch arbeitet der Dienstleister nach dem Prinzip Pay what you use. Für Installation und Einführung entstehen keine Kosten, abgerechnet wird die tatsächliche Nutzung. Für Unternehmen, die KI im Kundenservice zunächst in einem begrenzten Anwendungsfall testen möchten, senkt dieses Modell die Einstiegshürde deutlich.

KI entlastet das Team, statt es zu ersetzen

Bemerkenswert an der Positionierung ist, dass gevekom die Automatisierung nicht als Personalabbau kommuniziert. Das Unternehmen beschäftigt rund 2.000 Mitarbeitende und führt den Grundsatz, dass zufriedene Mitarbeitende besseren Service leisten, als Kern seines Geschäftsmodells. KI übernimmt in dieser Logik die repetitiven Vorgänge, die im Servicealltag Zeit

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Über gevekom

Die gevekom GmbH mit Sitz in Dresden ist ein inhabergeführter Dienstleister für Kundenservice, Vertriebund Backoffice. Rund 2.000 Mitarbeitende betreuen nach Unternehmensangaben 81 Marken und Auftraggeber an 14 Standorten in sechs europäischen Ländern, darunter Zalando, TUI, Deutsche Bahn,BMW, Allianz, HelloFresh, REWE und Rossmann.

Das Leistungsspektrum umfasst Customer Service,Inbound- und Outbound-Sales, Backoffice, Online- und Community-Management, Recruiting Services, Nearshore- und Offshore-Lösungen sowie den Einsatz eigener KI-Werkzeuge. Gearbeitet wird in mehr als 40 Sprachen.
Mehrere Mitarbeiter des Call-Centers gevekom in Kundengesprächen.
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